Verkehr

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Foto: StadtLabor

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Straßenverkehr wird bei Umfragen zu Lärmquellen regelmäßig am häufigsten genannt. Motorisierter Verkehr ist aber keine Naturgewalt. Da die Verkehrsbelastung durch uns alle erzeugt wird, lassen sich Beeinträchtigungen prinzipiell auch lösen. In den meisten Fällen sind die Lösungen nicht einmal mit viel Geld verbunden, sondern sind vielmehr Ergebnis guter Überlegungen und richtiger Entscheidungen, wie zahlreiche Beispiele zeigen.

 

Asphaltierung von Pflasterstraßen in Leipzig

Pflasterdecken verursachen in der Regel lautere Fahrgeräusche. Aktuell haben sie keine geschwindigkeitsmindernde Wirkung mehr, da in den letzten Jahrzehnten die Motorleistung von PKW stetig zunahm. Daher kann durch den Austausch des Pflasterbelages eine erhebliche Entlastung der Anlieger erreicht werden. Im Rahmen des Konjunkturpaketes II werden in Leipzig die Cunnersdorfer Straße, die Hans-Weigel-Straße und die Schönefelder Straße lärmsaniert.

Verkehrs- und Lärmbündelung in Wahren

Neue Verkehrstrassen sind häufig umstritten, auch wegen der Neuverlärmung bislang ruhiger Bereiche. Eines der gegenwärtig ehrgeizigsten Straßenbauprojekte in Leipzig ist die Neutrassierung der Bundesstraße 6 im Leipziger Norden. Nach dem Vorbild der Adenauerallee in Schönefeld wird auch hier die neue Straße direkt entlang einer bestehenden Bahnstrecke geführt (hier die S-Bahn nach Halle). Damit wird nicht nur ein neuer Zerschneidungseffekt der Landschaft verhindert, sondern auch eine mehrere Kilometer lange Bündelung von lauten Verkehrsträgern bewirkt. Beide Verkehrsstränge sind außerdem im Bereich von Wohngebieten gemeinsam mit Lärmschutzwänden ausgestattet.

Neuorganisation des Verkehrs im Waldstraßenviertel

Jahrzehntelang floss der Autoverkehr auf der B87 durch das Waldstraßenviertel auf zwei Parallelstraßen in Einbahnführung: auf der Jahnallee und auf der Gustav-Adolf-Straße. Beide Straßen waren dadurch stark verlärmt. Trotz des steigenden Beliebtheitsgrads des Wohngebiets ließen Gebäudeinvestitionen hier länger auf sich warten. Im Zuge des Sofortprogramms für die Fußball-WM 2006 wurden beide Straßen grundhaft saniert. Bei dieser Gelegenheit wurde die Verkehrsführung komplett geändert. So wird der Hauptstraßenverkehr heute in beiden Richtungen durch die Jahnallee geführt, die Gustav-Adolf-Straße wurde in die Tempo-30-Zone des Wohngebiets eingebunden. Die Wohnqualität hat sich damit sprunghaft verbessert, ohne den Verkehrsfluss zu beeinträchtigen.

Berliner Nächte mit Tempo 30

Ruhig schlafen möchte jeder. Das Wohnen an einer Hauptstraße muss dazu nicht im Widerspruch stehen. Bekanntermaßen führt eine Geschwindigkeitsreduzierung zu einer deutlichen Lärmreduktion. Auf Hauptstraßen ist dies jedoch nicht immer mit der Abwicklung der Verkehrsmengen verträglich. In Berlin wurden als Maßnahme des Lärmminderungskonzepts zahlreiche Geschwindigkeitsreduzierungen in Hauptverkehrsstraßen auf Tempo 30 in den Nachtstunden eingeführt. Insgesamt betrifft dies 55 km des Hauptstraßennetzes, ca. 66.000 Einwohner profitieren davon.