Lärm und Gesundheit

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Foto: StadtLabor

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Ausschlaggebend für die gesundheitlichen Folgen von Lärm sind die Häufigkeit und die Dauer der Lärmeinwirkung, die Zusammensetzung der Frequenz und der Schallpegel. Unser Gehör kann durch Dauerschall sowie durch kurzzeitige hohe Schallspitzen bleibende Schäden erleiden. Möglich sind vorübergehende oder dauerhafte Ohrgeräusche (Tinnitus), aber auch Beeinträchtigungen des Hörvermögens bis hin zur Schwerhörigkeit. Ein lärmbedingter Hörschaden ist nicht heilbar.

 

Lärm bedeutet Stress

Schall oder Lärm schädigt nicht nur das Gehör. Indem er körperliche Stress-Reaktionen auslöst, wirkt Lärm
auf den gesamten Organismus. Körperliche Reaktionen wie Konzentrations- oder Schlafstörungen sind
bereits bei geringen Lärmpegeln messbar. Dauerbelastungen über etwa 65 dB(A) können zu einem
erhöhten Gesundheitsrisiko führen, wie Ergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Studien nahe legen. Nachgewiesen wurden Änderungen in Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Gehirnstromaktivität, aber auch
eine verminderte Schlafqualität und Stress-Symptome.

Als psychosozialer Stress-Faktor beeinträchtigt Lärm also Lebensqualität und subjektives Wohlempfinden, sowie die Gesundheit im engeren Sinn. Der erzeugte Stress aktiviert das Herz-Kreislauf-System, verändert den Blutdruck, erhöht die Pulsfrequenz und sorgt für eine Anspannung der Muskeln sowie eine Beschleunigung der Atmung. Begleitet werden diese Reaktionen durch eine vermehrte Ausschüttung von Stress-Hormonen, die ihrerseits in Stoffwechselvorgänge des Körpers eingreifen. Die Kreislauf- und Stoffwechselregulierung wird weitgehend unbewusst über das vegetative Nervensystem gesteuert. Die körperlichen Reaktionen auf Lärm laufen deshalb auch im Schlaf ab – und das auch bei Menschen, die sich scheinbar an Lärm gewöhnt haben.

Zu den möglichen Langzeitfolgen chronischer Lärmbelastung gehören neben Gehörschäden auch Veränderungen von Risikofaktoren (z.B. Blutfette, Blutzucker, Gerinnungsfaktoren), Herz-Kreislauf-
Erkrankungen (z.B. arteriosklerotische Veränderungen, „Arterienverkalkung”), Bluthochdruck
und bestimmte Herzkrankheiten einschließlich Herzinfarkt.