Maßnahmen im Straßenverkehr

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Foto: schubalu / pixelio.de

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Der Straßenverkehr ist in Deutschland die größte Quelle für Lärmbelastungen. Moderne Pkw und Lkw sind zwar deutlich leiser als ältere Fahrzeuge, dennoch nimmt der Straßenverkehrslärm zu, da das Verkehrsaufkommen in den letzten Jahrzehnten stetig angestiegen ist. Verkehrsvermeidung und die Verlagerung auf Verkehrsträger des Umweltverbunds (Fuss, Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel, CarSharing) sind sicherlich die besten Maßnahmen zur Lärmminderung im Straßenverkehr.

Darüber hinaus gibt es vielfältige Möglichkeiten die Betroffenen wirksamer als bisher vor Verkehrslärm zu schützen. Die Lärmbelastung kann vor allem durch die Kombination und Weiterentwicklung von technischen, planerischen und rechtlichen Instrumenten reduziert werden.


Vermeidung von Kfz-Verkehr

  • „Stadt der kurzen Wege“ – Erhalt und Schaffung einer hohen Nutzungsdichte und Nutzungsmischung in der Stadt, Maßnahmen gegen die Zersiedelung der Landschaft
  • Parkraumbewirtschaftung
  • City-Logistik: Konzepte zur Bündelung von Warenströmen
  • Förderung des Umweltverbunds


Förderung von lärmarmen Verkehrsmitteln

  • Bus und Bahn:
    gute räumliche Erschließung, hohe Taktdichte, attraktive Preisgestaltung, gute Verknüpfung innerhalb des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sowie mit anderen Verkehrsträgern, ÖPNV-Beschleunigung
  • Radverkehr:
    Ausbau von Tempo-30-Zonen, Radfahrstreifen/ Schutzstreifen, Fahrradstraßen, Fahrrad-Abstellanlagen, Bike + Ride
  • Fußverkehr:
    kurze Wege durch hohe Nutzungsdichte und -mischung, verkehrsberuhigte Bereiche, Querungshilfen, ausreichend breite Gehwege, Befestigung und Entwässerung von Gehwegen, Wegweisung


Verträglichere Abwicklung des Kfz-Verkehrs

  • niedrigere Höchstgeschwindigkeiten innerhalb und außerhalb von Ortschaften
  • stetiger Verkehrsfluss: Koordination der Ampelanlagen bei niedriger Geschwindigkeit (Grüne Welle), Parkraum-Management, Be- und Entladezonen zur Vermeidung von Parken in zweiter Reihe, verkehrsberuhigte Bereiche, Kreisverkehre
  • städtebauliche Integration des Straßenraums: größerer Abstand zwischen Lärmquelle und Fassade, am Aufenthalt orientierte Gestaltung, Fahrbahnverengung
  • Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuggruppen (z.B. Lkw) und/ oder Einschränkungen zu bestimmten Zeiten (z.B. nachts)


Bündelung und räumliche Verlagerung von Kfz-Verkehr

  • Verkehrsberuhigung des Straßennebennetzes
  • Lkw-Routennetze: Bündelung auf lärmunempfindlichen Routen
  • Verkehrsorganisation: Zuflussdosierung, Pförtnerampeln, Leitsysteme
  • In Einzelfällen ggf. auch Straßenneubau: innerstädtische Straßennetzergänzung entlang lärmunempfindlicher Routen


Vorbereitende und verbindliche Bauleitplanung

  • Schutz ruhiger Gebiete vor zukünftiger Verlärmung
  • Festsetzung geschlossener Bauweisen mit geschützten Innenhöfen
  • Anordnung sensibler Nutzungen auf der von der Straße abgewandten Seite
  • lärmoptimierte Überplanung von Gemengelagen


Baulicher Schallschutz

  • Schließung von Baulücken
  • lärmarme Fahrbahnbeläge
  • Tunnel, Troglagen oder Überbauung
  • Schallschutzwände/ -wälle
  • Schallschutzfenster


Maßnahmen am Fahrzeug

  • Verwendung geräuscharmer Reifen
  • Schalldämmung
  • vorausschauende Fahrweise

 

Verkehrsplanung und aktiver Schallschutz

Ein Beitrag der ZDF-Sendung "Drehscheibe Deutschland" zeigt am Beispiel der Stadt Celle, welche Maßnahmen zum Schutz vor Verkehrslärm ergriffen werden können.