Themen-Workshop Straßenverkehrslärm

In einem ersten Workshop mit Anwohnern sowie Vertretern des Verkehrs- und Tiefbauamts konnten schon erste Erfolge erzielt werden.

Hans-Oster-Straße: Tempo-30-Zone

Hier beklagten die Anwohner, dass Verkehrsaufkommen und Lärmbelastung in der Hans-Oster-Straße durch den Ausbau der Max-Liebermann-Straße enorm gestiegen seien. Weitere Gründe für den erheblichen Verkehrslärm sind das Kopfsteinpflaster und die hohe Geschwindigkeit, mit der in diesem Bereich gefahren wird. In dem Workshop präsentierte die Verwaltung nun einen Lösungsweg für das Problem. Zum einen wird mit dem Umbau des Kreuzungsbereiches Max-Liebermann-Straße/Landsberger Straße die Einfahrt in die Hans-Oster-Straße unattraktiver gemacht, zum anderen wird 2012 ein Anhörungsverfahren eröffnet, mit dem Ziel die Straße in die Tempo-30-Zone einzubeziehen.

Viertelsweg: Tempo-30-Zone

Auch im nahe gelegenen Viertelsweg herrscht derzeit noch eine uneinheitliche Regelung. Mal ist dort Tempo 30, mal Tempo 50 angeordnet. Insbesondere im Bereich der Karl-Liebknecht-Grundschule besteht dadurch nicht nur ein Lärmproblem für die Anwohner sondern auch eine Gefahr für die Schüler beim Queren der Straße. Das Verkehrs- und Tiefbauamt geht auf die Sorgen der Bürger ein und verfolgt das Ziel ebenfalls im Jahre 2012 den Viertelsweg in eine Tempo-30-Zone zu verwandeln.

Bretschneiderpark: Aus Autostraße wird Spielfläche

Der Bretschneiderpark wurde in der Bürgerbefragung des Ökolöwen im Leipziger Norden überraschender Weise am häufigsten als schützenswertes ruhiges Gebiet benannt. Wir hatten da eher das Rosental oder den Auwald an der Spitze gesehen. Der Park wird jedoch durch die Gottschallstraße in zwei Hälften geteilt. Im Mach's leiser-Bürgergutachten wurde die Idee entwickelt, die Straße im Bereich des Parks durch Poller zu unterbrechen und die gewonnene Fläche mit einfachen Maßnahmen als Sport- und Spielfläche umzugestalten. Diesen Vorschlag will das Verkehrs- und Tiefbauamt nun mit dem Amt für Stadtgrün und Gewässer abstimmen und umsetzen. Dabei sollen auch die Ergebnisse einer Initiative des GeyserHaus e.V. eingearbeitet werden. Die Finanzierung könnte sichergestellt werden, indem das Vorhaben als Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau der Max-Liebermann-Straße vorgesehen wird.

Es bleibt noch viel zu tun

Für viele der aufgezeigten Lärmschwerpunkte ist noch keine schnelle Lösung in Sicht. Dazu gehört auch die Georg-Schumann-Straße. Im Lärmaktionsplan spricht man von einem Beginn der Sanierung in 4 bis 7 Jahren. Darüber wie der Umbau ausgestaltet und finanziert werden soll gibt es wohl noch Streit zwischen der Stadt und dem Fördermittelgeber. Eine weitere Verschiebung des Baubeginns ist damit nicht unwahrscheinlich. Im Entwurf des Lärmaktionsplans der Stadt Leipzig sind hingegen mehrere meterhohe Schallschutzwände vorgesehen. Auch im Straßenzug Berggarten-, Möckernsche-, Kirschbergstraße sowie in der Stahmelner Straße konnte vorerst keine Einigung erzielt werden.

Weitere Ergebnisse:

Themen-Workshop Deutsche Bahn AG

Herr Dr. Rolf Geßner, Leiter Schall- und Erschütterungsschutz im Umweltinformationszentrum Berlin stellte die innovativen Lärmschutzverfahren vor, die noch in diesem Jahr mit den Mitteln des Konjunkturpakets II  umgesetzt werden. Es kämen auf ca. 13,5 km Gleislänge vorrangig Schienenstegbedämpfer zum Einsatz. Erwartet würde je nach der spezifischen Situation vor Ort eine Lärmminderung von 1,5 bis 4 dB(A).

Güterring Nord

Herr Dr. Geßner informierte über getätigte und laufende Lärmsanierungsmaßnahmen. Hierbei kämen jedoch lediglich Immissionsgrenzwerte von 70dB(A) am Tag und 60dB(A) in der Nacht zum Tragen. Es sei zeitnah zu klären, wo eine „wesentliche Änderung“ stattfindet, so dass der Lärmschutz nach 16. BImSchV. (Lärmvorsorge 59/49 dB(A)) erfolgen müsse. Die Anwohner fordern eine frühzeitige Beteiligung am etwaigen Planfeststellungsverfahren zu dieser Strecke sowie die Aufnahme in den Lärmaktionsplan der Stadt Leipzig.

Bahnhof Gohlis

Das Grundproblem seien fehlende Schallschutzwände. Diese seien nur im Bereich der Brücken eingerichtet worden, dazwischen jedoch nicht. Die Anwohner fordern die Verlängerung der Schallschutzwände zwischen den Brücken Sassstraße und Lützowstraße im Rahmen eines Lärmsanierungsprogramms. Desweiteren müssen die Fahrer der S-Bahn sensibilisiert werden, den Motor der Lok während der Aufenthaltszeit im Bahnhof Gohlis herunterzufahren.

Weitere Ergebnisse und Folien des Vortrags:

Themen-Workshop Leipziger Verkehrsbetriebe

Mit Frau Körner (Umweltbeauftragte) und Herr Zierold (Sachverständiger Anlagentechnik) stellten sich zwei kompetente Vertreter der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) der Diskussion. Sie konnten eingangs deutlich machen, dass sich die LVB bereits für den Lärmschutz in ihrem Verantwortungsbereich einsetze. So würde bei Neuanschaffungen angestrebt, dass die Fahrzeuge die allgemeinen Lärmgrenzwerte deutlich unterschritten. Im Zuge des Neubaus oder der grundhaften Sanierung von Gleissträngen würde seit 2007 eine Lärmvorsorge nach neustem Stand der Technik vorgenommen. Dies verursache zwar durchschnittliche Mehrkosten von etwa 20 Prozent, werde unternehmensintern jedoch als zwingend notwendig angesehen. Darüber hinaus haben sich Bürger und LVB auf konkrete Maßnahmen geeinigt, um die Lärmbelastung zu mindern.

leisere Wagen auf Linie 4

Teilnehmer des Bürgergutachtens hatten den Einsatz lauter Tatra-Wagen auf der Linie 4 bemängelt. Laut LVB, wäre die Hauptuntersuchung (HU) von 56 Wagen der N-GT 8 Reihe eine Ursache. Die Wagen müssten komplett zerlegt werden. Die HU wäre 2013 abgeschlossen. Bis 2013 würden demnach sukzessive Tatra-Wagen auch auf der Linie 4 ersetzt.

Kurvenquitschen Coppiplatz

Dies könne mit einer Abnutzung der Gleise in diesem Berich zusammenhängen. Dies werde zeitnah geprüft und gegebenenfalls mit Hilfe eines speziellen Schweißverfahrens beseitigt.

Fahrweise in Virchow- und Lützowstraße

Es wurden überhöhte Geschwindigkeiten sowie ein rasantes Anfahren und Abbremsen im Haltestellenbereich bemängelt. Laut LVB gäbe es Fahrtenschreiber in den Straßenbahnen. Es würden Anweisungen an die Fahrer erfolgen, ihre Fahrweise anzupassen, falls die Fahrtenschreiber die Beobachtung der Bürger bestätigen 

Ansagen in Straßenbahnen

In einigen Fällen würden durch eine defekte Regulierung, völlig übersteuerte Ansagen ausgegeben. Das Service-Personal werde instruiert die Störungen umgehend zu melden, damit sie seitens der Tochter-Firma IFTEC abgestellt werden können. Die LVB wäre dankbar über weitere Hinweise von Fahrgästen und Anwohnern, die defekte Ansagen oder andere punktuelle Lärmstörungen betreffen. Dies könne über die Hotline 0341-19449 oder die Mail-Adresse info@lvb.de geschehen.

neue Haltestellen: Kaufland und Christoph-Probst-Straße

Bürger hatten die Verlegung der Haltestelle Annaberger Straße an die Kreuzung vor Kaufland vorgeschlagen. Dies hätte viele Vorteile. Es würden z.B. mehr Menschen die Tram statt des Autos für den Einkauf nutzen. Zudem müsse eine neue Haltestelle im Bereich Probst-Straße eingerichtet werden. Laut LVB würde diese Haltestelle mit der Sanierung der Georg-Schumann-Straße eingerichtet. Da der Beginn der Sanierung noch nicht absehbar sei, fordern die Bürger eine temporäre Lösung. Der Aufwand sei laut LVB jedoch nicht zu unterschätzen.

Georg-Schumann-Straße

Wenn die Sanierung der Georg-Schumann-Straße kommt, würde die LVB beim Neubau der Gleisanlage eine Lärmvorsorge nach neustem Stand der Technik vornehmen können. Zuvor sei dies im Alleingang wirtschaftlich nicht tragbar. Erst wenn die Prioritäten zu Gunsten der Georg-Schumann-Str. verlagert und die entsprechenden Mittel dafür bereitgestellt würden, könne dies geschehen. Nach heutigem Stand wäre mit dem Beginn des Umbaus in der Georg-Schumann-Straße in etwa 5 bis 10 Jahren zu rechnen. Zum einen seien derzeit keine Eigenmittel der Stadt vorgesehen, zum anderen gebe es seitens der Fördermittelgeber auf Bundes- und Landesebene Vorbehalte einen Umbau finanziell zu unterstützen, der breite Fußwege, Seitenrandparken, eine Reduzierung der Spuren und eine abschnittsweise, gemeinsame Führung von Straßenbahn und Autoverkehr vorsieht.

Weitere Ergebnisse: