Umsetzung des "Mach's leiser"-Maßnahmenkatalogs

drucken

Das Bürgergutachten ist abgeschlossen – die Forderungen und Vorschläge zur Lärmminderung finden Sie gesammelt im "Mach's leiser"-Maßnahmenkatalog. Das Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Leipzig hat einen Fahrplan für die Umsetzung des Katalogs erarbeitet.
 

01 – Wegweisung zum Zoo, Verkehrsbündelung

Die Wegweisung zum Zoo wurde bereits angepasst. Bis Ende 2011 wird die Straßenverkehrsbehörde die Verkehrsführung evaluieren. Dabei wird geprüft, inwieweit der Abreise-Verkehr über Parthestraße/ Gerber-, Berliner und Eutritzscher Straße organisiert werden kann. Das Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) wird über das Ergebnis der Evaluation informieren.
 

02 – Verkehrsführung in die Pfaffendorfer Straße

Eine Reduzierung der Geradeaus-Spuren vom Innenstadtring in die Pfaffendorfer Straße erfordert die Umprogrammierung der Ampel (voraussichtliche Kosten dafür ca. 70.000 €). Dies macht eine kurzfristige Umsetzung eher unwahrscheinlich.
 

03 – Anwohnerfreundliche Umgestaltung der Parthenstraße

Durch eine Verlängerung der Uferstraße soll die Parthenstraße perspektivisch entlastet werden. Der Zeitpunkt der Umsetzung ist bislang noch unklar. Erst dann kann eine mögliche Umgestaltung der Parthenstraße diskutiert werden.
 

04 – Verkehrslenkung über B6 neu, Entlastung der Georg-Schumann-Straße

Das Projekt-Team von "Mach's leiser" hat hierzu eine separate Informationsveranstaltung vorgeschlagen. Die Straßenverkehrsbehörde hat zugesagt, das Beschilderungskonzept vorzustellen und mit den Teilnehmern des Bürgergutachtens zu diskutieren.
 

05 – Lärmdreieck Sternsiedlung

Das Projekt-Team vermittelt Unterstützung für Anwohner der Staatsstraße durch Mitglieder des sächsischen Landtages.

Nach einer inzwischen abschlägig beschiedenen Klage eines betroffenen Anwohners ist eine nachträgliche Lärmsanierung in Form von Schallschutzwänden sehr unwahrscheinlich. Derzeit wird nach Wegen gesucht, wie mit niederschwelligen Maßnahmen für Entlastung gesorgt werden kann.
 

06 – Begleitmaßnahmen Max-Liebermann-Straße

Das Projekt-Team und der Bürgerverein Eutritzsch weisen in Gesprächen sowie in der Eutritzscher Stadtteilzeitung auf notwendige Querungshilfen am Stadion des Friedens und am Rietzschke-Wanderweg hin.

Mit einem Schreiben an die Abteilung Verkehrsüberwachung des Ordnungsamts der Stadt Leipzig hat das Projekt-Team auf die Notwendigkeit regelmäßiger Geschwindigkeitskontrollen hingewiesen.

Die Kreuzung der Max-Liebermann-Straße mit der Franz-Mehring-Straße erhält eine Ampel. Der Bau soll Ende Februar 2012 beginnen. Die Kosten belaufen sich auf 305.000 Euro. Die Stadt trägt davon 140.000 Euro.
 

07 – Lärmbelästigung durch Geschwindigkeitsüberschreitung

Das Projekt-Team hat die Vorschläge aus dem Bürgergutachten mit einem Schreiben an die Abteilung Verkehrsüberwachung des Ordnungsamts der Stadt Leipzig übermittelt.

In der Antwort wurde geäußert, dass es unmöglich sei Aussagen über die zukünftige Kontrollfrequenz bzw. die Priorisierung einzelner Straßenabschnitte zu treffen, da dies abhängig von personellen und materiellen Ressourcen sei.

Die Einsatzhäufigkeit mobiler Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen richte sich nach der Lage des Einzelfalls. Dazu gehören die Unfallhäufigkeit, Nähe von öffentlichen Einrichtungen, auffällig hohe Verstoßrate, sonstige Gefahrenpotentiale. Geschwindigkeitskontrollen aus Lärmschutzgründen werden demnach nicht vorgenommen.
 

08 – Sanierung der Landsberger Straße

Der Ökolöwe hat in seiner Stellungnahme zum Lärmaktionsplan der Stadt Leipzig darauf hingewiesen, dass das Deckensanierungsprogramm möglichst in lärmbelasteten Straßenabschnitten angewandt werden sollte.

Es wurde erfragt, ob dies auch in der Landsberger Straße erfolgen kann.

Eine Deckensanierung ist laut Auskunft der Abteilung Straßenentwurf des VTA aufgrund des Schadensbildes in der Landsberger Straße nicht ausreichend. Die Fahrbahn müsse zusammen mit dem Gleisbett der LVB grundhaft ausgebaut werden. Damit sei zeitnah nicht zu rechnen.
 

09 – "Georg-Schumann-Allee"

Die Georg-Schumann-Straße erhält Radfahrstreifen – das Konzept, welches die Teilnehmer des "Mach's leiser" Bürgergutachtens in mehreren Workshops für die lauteste Magistrale Leipzigs erarbeitet haben, wird aufgegriffen.

Die CDU-Fraktion hatte im Stadtrat einen Antrag gestellt, die im Rahmen von „Mach's leiser“ von den Bürgern entwickelte Idee der „Georg-Schumann-Allee“, mittels Sofortmaßnahmen schnellstmöglich zu planen und umzusetzen. Die Straße soll vom Chauseehaus bis zur Pittlerstraße umgestaltet werden.

Die aktuellen Planungen zum Umbau der Georg-Schumann-Straße stellte Martin zur Nedden, Bürgermeister und Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau, während des ersten Forums Georg-Schumann-Straße am 10. November 2011 vor.

Das Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt Leipzig hat eine detaillierte Planung für das kurzfristige Abmarkieren von Radfahrstreifen und Parktaschen erstellt. Die Spuren für den fließenden Kfz-Verkehr werden von bisher vier, auf zwei reduziert. Die Umsetzung der Maßnahme soll spätestens Ende des III. Quartals 2012 abgeschlossen sein. Allerdings soll die Abmarkierung vorerst nur vom Chauseehaus bis zur Slevoigtstraße erfolgen.

Begleitet wird die Umsetzung durch die AG Stadtraum und Verkehr des Magistralenmanagements Georg-Schumann-Straße.
 

10 – Haltestellenoptimierung Kaufland und Christoph-Probst-Straße

Der Bürgerverein Möckern-Wahren hat seit dem Jahr 2004 auf das Problem aufmerksam gemacht.

Roland Quester, verkehrspolitischer Sprecher von Bündnis 90/ Die Grünen, thematisierte eine kurzfristige Haltestellenoptimierung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr.

Das Projekt-Team hat die Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe während der Sitzung des 'forum urban mobil' im September 2011 sowie in einem Schreiben an die Geschäftsführung auf den Handlungsbedarf hingewiesen.

Die LVB hat in Abstimmung mit dem VTA geprüft, inwieweit dies verkehrs- und sicherheitstechnisch möglich ist. Laut LVB wäre die Haltestellenoptimierung sehr aufwendig. Dies würde eine kurzfristige Umsetzung nicht möglich machen. Die Optimierung werde erst im Zuge des grundhaften Ausbaus der Georg-Schumann-Straße erfolgen.

 

11 – Tempo-30-Zone Annaberger Straße, Hans-Beimler-, Yorck- und Huygensstraße

Die Einbeziehung der Straßen in die angrenzenden Tempo-30-Zonen wird durch das Verkehrs- und Tiefbauamt abgelehnt.
 

12 – Tempo-30-Zone Hans-Oster-Straße

Die Einbeziehung der Hans-Oster-Straße in die angrenzende Tempo-30-Zone wird in der 27. Kalenderwoche 2012 erfolgen.
 

13 – Tempo-30-Zone Viertelsweg

Der Einbeziehung des Viertelsweges zwischen Virchowstraße und Landsberger Straße in die Tempo-30-Zone wurde in der 22./23. Kalenderwoche realisiert.
 

14 – Tempo-30-Zone Stahmelner Straße 

Die Einbeziehung der Stahmelner Straße in die angrenzende Tempo-30-Zone wird seitens des VTA abgelehnt.
 

15 – Verkehrsführung über Linkelstraße zur Entlastung der Wohnviertel

Die Ampelschaltung am Knoten Pittlerstraße/ Georg-Schumann-Straße wurde angepasst. Damit wird das Abbiegen in die Georg-Schumann-Straße erleichtert und in die Pittlerstraße erschwert.

Eine stringente Führung des Verkehrs über die Linkelstraße ist erst nach einer baulichen Anpassung des Knotens sowie der Haltestellen möglich. Derzeit ist nicht absehbar, wann entsprechende Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.
 

16 – Tempo-30-Zone Kirschbergstraße, Möckernsche Straße und Berggartenstraße

Im September 2011 haben die Anwohner zusammen mit der Bürgerinitiative Gegen Schall und Rauch und dem Stadthäuser e.V. eine Kundgebung mit ca. 400 Besuchern organisiert. In einem Fachgespräch mit Vertretern des VTA, des Bürgervereins Gohlis, des Ökolöwen sowie der Fraktionen von Bündnis 90/ Die Grünen, die LINKE und SPD wurden die Maßnahmen 16 und 17 diskutiert.

Ebenfalls im September 2011 haben der Ökolöwe und der ADFC eine Fahrrad-Demo organisiert. Zweihundert Demonstranten forderten eine Tempo-30-Zone für die Straßenabschnitte.

Das Projekt-Team von "Mach's leiser" konnte ein weiteres Vermittlungsgespräch zwischen Anwohnern und dem VTA vereinbaren.

Die Initiative 'Gegen Schall und Rauch' sowie der Stadthäuser Gohlis e.V. haben eine Petition an den Stadtrat gerichtet, die die Einbeziehung der Straßen in die angrenzenden Tempo-30-Zonen zum Inhalt hatte. Der Stadtrat ist dem ablehnenden Standpunkt der Verwaltung nicht gefolgt und hat die Petition zurück an den Petitionsausschuss verwiesen.

Im September 2012 wird der Stadtrat erneut entscheiden.
 

17 – Querungshilfen Kirschbergstraße, Möckernsche Straße und Berggartenstraße

Forderungen wurden mit Kundgebungen und Demonstrationen bekräftigt (siehe M16).

Das Projekt-Team von "Mach's leiser" konnte ein weiteres Vermittlungsgespräch zwischen Anwohnern und dem VTA vereinbaren.

Laut VTA werden die angedachten Maßnahmen in die Planungen einfließen. Derzeit ist allerdings nicht klar, wann die entsprechenden Mittel dafür bereit gestellt werden können.
 

18 – Zusätzliche Querungshilfe Wittenberger Straße

  Laut VTA werden die angedachten Maßnahmen in  Planungen einfließen. Derzeit ist allerdings nicht klar, wann die entsprechenden Mittel dafür bereit gestellt werden können.
 

19 – Schwerlastverkehr in der Dessauer Straße

Laut Verkehrs- und Tiefbauamt ist die Aufstellung gewünschter Einfahrtverbotsschilder für LKW rechtlich nicht möglich. Die Straßenverkehrsbehörde übermittelt regelmäßig Daten an die Betreiber von Navigationssoftware.
 

20 – Ansagen in Straßenbahnen

Am 22.08.2011 haben die Leipziger Verkehrsbetriebe neue, leisere Ansagen in den Straßenbahnen eingeführt. Seitdem sind nach Angabe der LVB keine weiteren Beschwerden eingegangen.
 

21 – Kurvenquietschen der Straßenbahnen am Coppiplatz

Das Kurvenquitschen wurde innerhalb weniger Tage nach dem entsprechenden Themenworkshop durch die LVB beseitigt.
 

22 – Rasengleise für die Virchowstraße

Die Maßnahme war bereits Bestandteil des Entwurfs zum Lärmaktionsplan. Es besteht Konsens zwischen Anwohnern, Stadtverwaltung und LVB. 

Die LVB wollen in der Virchowstraße auf Höhe der Baaderstraße eine neue Haltestelle einrichten. In diesem Zusammenhang soll das Bahngleis in der Virchowstraße in ein lärmarmes Rasengleis umgewandelt.

Ursprünglich sollte diese Maßnahme kurzfristig im Jahr 2012 umgesetzt werden. Die entsprechenden Fördermittel konnten jedoch nicht abgerufen werden. Daher musste die Umsetzung vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

 

23 – Schienenlärm der S-Bahn am Bahnhof Gohlis

Das Lärmsanierungsprogramm des Bundes findet nur an Strecken des Güterverkehrs Anwendung. Die betroffene Strecke dient jedoch der Personenbeförderung. Damit ist die Nachrüstung mit Schallschutzwänden nahezu ausgeschlossen – eine mehr als frustrierende Situation.

Es bleibt nur zu hoffen, dass mit dem Start des neuen S-Bahn-Netzes Ende 2013 die Lärmbelastung durch Motoren- und Bremsgeräusche sinkt. Dann kommen neue Züge des Typs Talent 2 des Herstellers Bombardier zum Einsatz.
 

24 – Schienenlärm Güterring Nord und Viadukt

Nach derzeitigem Wissensstand sind keine wesentlichen Änderungen abseits von Brückenbauwerken entlang des Güterrings-Nord vorgesehen.

Schallschutzwände können daher nur über das (freiwillige) Lämsanierungsprogramm des Bundes erwirkt werden. Hier haben jedoch andere Streckenabschnitte im Bundesgebiet eine höhere Priorität bei der schrittweisen Umsetzung. Im Projektbeirat von "Mach's leiser" werden kaum Möglichkeiten gesehen, dass Leipzig in Zukunft bevorzugt behandelt werden könnte.

Der Ökolöwe hat die Bildung eines Beirats "Schienenlärm", bestehend aus Vertretern von Bürgerinitiativen, Politik und Verwaltung, vorgeschlagen. Dieser Beirat könnte die gemeinsamen Anstrengungen für die Anwendung des Lärmsanierungsprogramms am Leipziger Güterring koordinieren.

Das Amt für Umweltschutz wird die bisherigen Bemühungen der Stadtverwaltung für einen besseren Lärmschutz am Güterring für die Bürger transparent machen.
 

25 – Fluglärm: Bonusliste, Südabkurvung, Nachtlärm

Der Ökolöwe hat in seiner Stellungnahme zum Lärmaktionsplan die Betrachtung des Fluglärms gefordert.

Der Fluglärm wird bereits in anderen Gremien diskutiert. Hier erscheint es wenig sinnvoll eine weitere „Talk-Runde“ zu installieren, die im Ergebnis wenig bringen würde.

Der Ökolöwe unterstützt die Interessen fluglärmgeschädigter Leipziger u.a. mit einer Klage gegen die "kurze Südabkurvung (Ost)".
 

26 – Bretschneiderpark: Gottschallstraße als Spielfläche

Das Verkehrs- und Tiefbauamt sowie das Amt für Stadtgrün und Gewässer prüfen eine Umnutzung der Gottschallstraße. Eine kurzfristige Umsetzung ist nach amtlicher Einschätzung sehr wahrscheinlich. Das VTA wird das Projekt-Team über den Zeitpunkt der Umsetzung in Kenntnis setzen.
 

27 – Radweg am S-Bahn-Bogen

Der mögliche Radweg entlang des S-Bahn-Bogens wird innerhalb des VTA diskutiert. Konkrete Arbeitsschritte konnten noch nicht vereinbart werden.

Die Berliner Brücke als wichtiger Abschnitt des neuen Radweges wird durch die Deutsche Bahn zurückgebaut. Die Stadtverwaltung hat sich dafür stark gemacht, dass im Zuge des Rückbaus sogenannte Widerlagerwände errichtet werden, die perspektivisch eine Geh-/ Radwegbrücke tragen können. Die Errichtung der Brücke und des Radweges ist u.a. davon abhängig, wie viele Mittel für die Radverkehrsförderung bereit gestellt werden.

Die Vision soll einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Dazu fand unter anderem im Frühjahr 2012 ein Fach-Spaziergang statt. Das Projekt-Team hat die Idee eines neuen Radweges in mehreren Pressemitteilungen erläutert.